Smith & Wesson Model 29

Model_29

Vergessen wir die Sachlichkeit. Wenn man einen Smith & Wesson Model 29 in die Hand nimmt, hört man unweigerlich Clint Eastwoods Stimme im Kopf. Das Ding ist keine Waffe, es ist eine popkulturelle Ikone aus geschmiedetem Stahl. Als “the most powerful handgun in the world” hat Dirty Harry damit Kinogeschichte geschrieben und eine ganze Generation von Schützen verdorben.

“Make my day.”

Ich habe mir ein gebrauchtes Exemplar gesichert. Mit dem vollen 8⅜-Zoll-Lauf. Das ist kein Revolver zum verdeckten Tragen, das ist ein Bootsanker. Die schiere Masse dieser Waffe ist beeindruckend, aber notwendig.

Und ja, es stimmt: Wenn man echte .44 Magnum-Ladungen durchjagt, ist “Rückstoß” eine zu nette Umschreibung. Das Ding tritt. Es ist ein physisches Erlebnis, das dir vom Handgelenk bis in die Schulter fährt. Man spürt die Physik, die hier am Werk ist.

Ein Schuss reicht (manchmal)

Das Ding polarisiert. Ich war neulich mit einem Kumpel auf dem Stand. Ich bin am Schwärmen, grinse nach jeder Trommel. Er nimmt das Teil, zielt und feuert genau einmal. Die Mündung springt hoch, der Lärm in der Halle ist ohrenbetäubend.

Er legt den Stahlklumpen behutsam auf die Bank zurück, schaut mich an und sagt nur trocken: “Das macht mir keinen Spaß.”

Und wisst ihr was? Das kann ich sogar verstehen. Die Kombination aus schwerem Projektil und Magnum-Ladung ist für so ziemlich jeden üblichen Einsatz der absolute Overkill. Das ist kein Sportgerät, das ist eine Naturgewalt. Man liebt diesen Tritt, oder man lässt es bleiben. Dazwischen gibt es nichts.

Fazit

Klar, inzwischen gibt es Monsterkaliber wie die .500 S&W, die den 29er leistungsmäßig längst überholt haben. Aber sind wir ehrlich: Das sind tragbare Artilleriegeschütze für Leute, die dringend was kompensieren müssen. Der 29er ist das Original.

Cineasten und Sammlern sind die praktischen Nachteile egal. Auf dem Schießstand ist sie die ultimative Therapie gegen Langeweile. Die lautstarke Umsetzung von viel Pulver in Lärm und Druckwelle sorgt für ein Grinsen, das keine 9mm Parabellum jemals hinbekommt – zumindest bei mir.

Für Präzision gibt’s Sportpistolen. Für reine Präsenz gibt’s die .44 Magnum.

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