NoGO

Vorbemerkung: Dieser Eintrag bezieht sich auf eine Kampagne von Avaaz.org, die bei Facebook von etlichen meiner Kontakte auf Facebook beworben wurde.

Sie haben hehre Ziele und wollen die Welt ein Stück weit verbessern, sollte man meinen: Nichtregierungsorgansationen, kurz: NGO, die Abkürzung natürlich aus dem Englischen. Jedes Mal, wenn Kettenmails oder Re-Tweets mein E-Mail- bzw. Facebook-Konto zumüllen, wird meine Abneigung gegen diese Bande grösser: Gleich, ob Attac, PETA oder neuerdings Avaaz, die kollektive Larmoyanz, die moralische Überheblichkeit und die Schärfung des eigenen Profils auf Kosten der Dummheit der Massen lassen mich an meinem freiheitsbewussten und aufgeklärten Menschenbild zweifeln.

Bei Aufforderungen zu E-Petitionen sollte sich das vernunftbegabte Wesen, zu denen sich auch der handelsübliche Facebook-Benutzer bekennen darf, nach dem Sinn und Zweck fragen. Natürlich rennen die vermeintlichen Querdenker offene Türen ein. Sicher wollen wir alle, dass uns der Treibhauseffekt nicht allesamt die Birne weichkocht. Und selbstverständlich sollen unsere Nachkommen in 100 Jahren noch Thunfisch essen können.

Und wenn ich nun meine E-Mail-Adresse und meinen Namen auf die Liste der E-Petition setze, wird dadurch auch nur ein Thunfisch vor dem Tod gerettet? Überhaupt: wie kann man auf die Idee kommen, den Politikern wären diese Probleme nicht bewusst? Die nordamerikanischen und europäischen Regierungen sind auf dem Kurs, weil sie sowieso ständig mit den zuständigen Ökolobbyisten rumhängen müssen. Den anderen, die es eigentlich beträfe, ist das – mit Verlaub – scheißegal. Die diplomatischen Druckmittel finden dort ihre Grenzen, wo existenzielle Probleme der betroffenen Länder berührt werden. Kein Fischer wird sich um die Klimaprobleme und die Artenvielfalt der kommenden Generationen sorgen, solange das Überleben der jetzigen Familie nicht gesichert ist.

Deshalb: je schneller die jetzigen so genannten Entwicklungs- und Schwellenländer den Anschluss an die übrige Weltwirtschaft finden und ihren Lebensstandard an unseren angleichen können, was die protektionistischen Globalisierungsgegner mit ihrer kolonialistischen Einstellung (die Rede ist von Attac etc.) und die Klimafanatiker mit ihren zusätzlich umweltschädigenden Energiesparlampen verhindern wollen, desto grösser wird unsere Chance, dass wir die wirklichen Probleme global angehen können. Das sollte unser vorrangiges Ziel sein und nicht den Menschen, die ohnehin schon genug Probleme haben, mit unserer Armchair Charity, unserem Nachhaltigkeitswahnsinn und dem Vorsorgeunfug vorschreiben, wie sie ihre schwierige Existenz zu gestalten haben.

Wenn wir uns entscheiden, drastische Maßnahmen zu treffen, sollten wir das weder auf Grund unserer Intuition, niemals auf ungeprüften Erkenntnissen und schon gar nicht auf unhaltbaren Vermutungen tun. Auch hier gilt wieder mal: Habe den Mut, deinen Verstand zu gebrauchen. Man kann es nicht oft genug wiederholen.

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